Rückblick auf ein bewegtes Podcastjahr
In diesem Beitrag geht es um meine Podcast-Talkshow Lauter Nette Leute (LNL). Wenn du gar keinen Schimmer hast, was LNL ist, schau dich hier kurz um. Ich warte solange.
Prima. Also: Vor einem Jahr, am 24.10.2025, sind die ersten drei Folgen von Lauter Nette Leute online gegangen. Ich war so aufgeregt wie lange nicht mehr. Ein gutes Zeichen, finde ich. Bei einem Herzensprojekt muss die Pumpe gehen, muss Aufregung im Spiel sein, sonst ist es Arbeit. Die ist natürlich auch nicht schlecht, um Miete, Strom und Lebensmittel zu bezahlen, aber LNL ist halt fürs Herz da.
Eigentlich wollte ich deutlich früher als Oktober starten, aber dann ist der Laptop eingegangen. Wurde in meinem Stammbeisl mit Bier geflutet (Merke: Im Beisl arbeiten ist leiwand, aber riskant). Also musste ich meine WhatsApp-Community, die im April 2025 an den Start gegangen ist, vertrösten. Die netten Leute, die sich damals dort getummelt haben, haben es mir dankenswerterweise nicht übel genommen (Merke: Eine wohlgesonnene Community ist Gold wert, um den Mut nicht zu verlieren). Seit dem Start von LNL ist eine Menge passiert. Vermutlich lässt sich das am leichtesten in Zahlen zusammenfassen.
Graf Zahl, übernehmen Sie
Seit dem Start von Lauter Nette Leute sind 29 Folgen online gegangen – darunter eine Sonderfolge, in der ich nicht wie üblich mit einer fremden Person geredet habe, sondern mit meinem Freund Mario. Wie zu Beginn versprochen, ist tatsächlich jeden zweiten Freitag um 07:00 Uhr eine Folge herausgekommen (Merke: Versprechen machen tüchtig Druck, helfen aber auch ungemein, dranzubleiben). An insgesamt 17 öffentlichen Locations habe ich 23 Aufnahmesessions gemacht. Bei zwei Sessions ist gar kein Gespräch entstanden. Mein Plauschrekord: 4 Gespräche in einer Session. Wie es sich anhört, wenn niemand mit mir plauschen möchte, hörst du hier:

Eine Folge dauert im Durchschnitt 19 Minuten. Um eine Folge zu produzieren, brauche ich ca. vier bis fünf Stunden (Merke: Auch, wenn es manchmal pain in the ass ist, lohnt es sich, sorgfältig und sauber zu produzieren). Pro Monat hören mittlerweile ca. 400 Menschen bei LNL rein. Die drei meistgehörten Folgen: LNL #1 mit Oberstufenschüler Josip, LNL #22 mit Metalhead Jason und LNL #23 mit Feinschmecker Nolu. Sechs mal ist die Podcast-Talkshow in anderen Medien aufgetaucht (danke für die großartige Unterstützung, Patricia). Auf Instagram sind ca. 130 LNL-Reels in Umlauf.
Miteinander in den Saunaclub
Warum ich den ganzen Spaß überhaupt mache? Einerseits rede ich wirklich gerne mit fremden Menschen. Kommt vermutlich von meiner Mutter. Die hat nämlich gefühlt mit jedem Menschen, der ihr über den Weg gelaufen ist, geplauscht. War mir als Kind ultra peinlich, aber mittlerweile meine ich zu verstehen, warum sie dabei so happy gewirkt hat.
Ich bin fest davon überzeugt, dass man in jedem Gegenüber etwas Verbindendes findet, wenn man neugierig zuhört und ohne Absicht fragt. Dass die Gesellschaft gar nicht so gespalten ist, wie es immer wieder heißt. Dass es sich lohnt, Verbindendes zu entdecken. Miteinander fühlt sich nämlich on the long run sehr viel besser an als Gegeneinander. Und es macht deutlich widerstandsfähiger.
Im ersten LNL-Jahr habe ich mit vielen Menschen gesprochen und ich habe garantiert nicht sofort mit jedem gevibet. Aber: Ich habe in jedem etwas Verbindendes gefunden – egal, wie fern er oder sie mir auf den ersten Blick war. Selbst die adrett gekleidete 76-jährige Dame, die mich bei einer Aufnahmesession off record zum Saunaclubabend mit ihren besten Freunden eingeladen hat, habe ich irgendwie ins Herz geschlossen (Merke: Man muss nicht jede Einladung zum Miteinander annehmen).

Wie geht es jetzt weiter?
Ein paar Menschen haben mir zurückgemeldet, dass sie dank LNL Lust bekommen haben, auch mal mit einer fremden Person ins Gespräch zu kommen. Mega. So soll es sein. Ich mache natürlich weiter: jede zweite Woche eine Folge auf allen gängigen Podcastplattformen. Und ich werde neue Formate ausprobieren, um noch mehr Menschen Lust aufs Miteinander zu machen. Dafür werde ich definitiv auch neue Locations aufsuchen. Gerne ländlicher, gerne etwas weiter ab vom Schuss. Ich bin jetzt schon gespannt, wer mir vors Mikro läuft.
