Helden, die fast niemand versteht aber jeder braucht

Eine kurze Heldensage über epicenter.works.

Ich wollte diesen Beitrag eigentlich mit einem Zitat aus „The Dark Knight“ starten. Joachim Phoenix hat mich animiert, nochmal nachzuschauen, was Herr Ledger vor ein paar Jahren aus dem Joker gemacht hat. Da sagt Comissioner Gordon am Ende des Films über Batman: „He’s the hero Gotham deserves, but not the one it needs right now.“ Leiwand. Zu den Helden, über die ich heute schreibe, passt es aber dann doch leider nicht so recht. Diese Helden braucht Österreich, das Gotham Westeuropas, und jeder digital aktive Mensch nämlich meiner Meinung nach gerade sehr: epicenter.works.

Für diejenigen, die die Truppe noch nicht kennen: epicenter.works ist eine NGO, die in Österreich und auf europäischer Ebene dafür kämpft, dass „Bürgerrechte auch in digitalen Belangen beachtet werden.“ Klingt aufs erste Lesen schwer juristisch und etwas klobig. Wenn man sich das Team hinter epicenter.works, deren Geschichte und vor allem deren Errungenschaften genauer anschaut, kommt man rasch drauf: ja, juristisch haben die digitalen Bürgerrechtskämpfer vermutlich gehörig was drauf. Um hinter das vermeintlich Klobige zu schauen, und zu rallen, was epicenter.works eigentlich tatsächlich tut, brauchts etwas mehr Zeit, Neugier oder Vorwissen. In der epicenter-History wimmelts nur so von Fachbegriffen, Abkürzungen und technischen Zusammenhängen. Kurzum: diese Heldenarbeit ist nicht leicht zu verstehen.

Da ist was Böses im Busch

Und da komme ich auch schon wieder zu Batman. BOOOM! POW! KAWOOSH! Der alte Flattermann hat gegen zig Bösewichte gekämpft. Schon als kleiner Wicht habe ich nie so recht verstanden, gegen wen oder was alles. Klar, da ist der psychisch labile Clown, der immer wieder auftaucht und Unfug treibt. Dann ist da noch ein dicker Pinguin mit einem Schießgewehr im Regenschirm (mein absoluter Lieblingsbösewicht), ein 9Live Mitarbeiter in grünen Leggins, ein menschlicher Gefrierschrank und so weiter und sofort. Ich habe mich nicht mit dem ganzen Zinnober auseinandergesetzt. Also habe ich, ähnlich wie die Exekutive Gothams, die Flinte ins Korn geworfen. Da ist ne Menge Böses oder Gefährliches im Busch, vieles davon verstehe ich nicht, irgendwer wird sich kümmern. Es wird schon gut werden. Muss ja.

Vergleichbar groß war mein Vertrauen in Menschen, die sich darum kümmern, dass im digitalen Miteinander Recht und Ordnung herrschen. Die entsprechenden Bedrohungen durch mangelnde Rechtssprechung, politische Machtinteressen und Monopolstellung einzelner Konzerne sind vielfältig, diffus, schwer zu verstehen und selten am eigenen Leib spürbar. Es hat eine Weile gedauert bis ich mir bewusst geworden bin, dass ich mich nicht einfach darauf verlassen kann, dass es am Ende des Tages schon gerecht zugehen wird im World Wide Web. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass meine Daten nicht missbräuchlich verwendet oder unnütz gespeichert werden. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass ich nicht überwacht werde, obwohl ich nichts Unrechtes getan habe. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass ich die gleichen Rechte offline wie online habe, wenn ich beleidigt, verleumdet oder gar bedroht werde.

Seitdem ich mich beruflich und privat intensiver mit dieser Materie auseinandergesetzt habe, ist mir bewusst, dass es abseits einer modernen und funktionierenden Legislative und Exekutive auch Menschen braucht, die sich dafür einsetzen, dass Recht und Ordnung Einzug halten ins digitale Miteinander. Es braucht Helden, die sich im vermeintlich Unsichtbaren diesem Kampf stellen. Es braucht Dark Knights.

Alfred, ich brauche Moneten

Die Damen und Herren von epicenter.works sind meiner Meinung nach solche Helden. Im Gegensatz zu Bruce Wayne haben sie allerdings keine Millionen geerbt, mit denen sie Zauberwaffen gegen etwaige Ungerechtigkeiten und Bösewichte entwickeln können. Die Hacken, die sie sich antun für uns alle, kostet eine flotte Mark. Drum sind sie auf Spenden angewiesen. Wenn du Bock hast, die Dark Nerds… äh Knights ohne weitere Infos (die du auf deren Website ganz wunderbar nachlesen kannst) zu supporten, ist gerade genau die richtige Zeit. Die Schweizer pEp Foundation verdoppelt nämlich jede Spende, die bei epicenter.works bis 27.12.2019 eingeht. Alle Details dazu findest du hier. Wenn du diesen Artikel hier später liest und dennoch überzeugt bist, dass epicenter.works deinen Support verdient, kannst du auch einfach spenden, eine Fördermitgliedschaft eingehen oder deren Arbeit und Erfolge in Social Media teilen. Tut sicher gut und dient dem Zweck.

Für alle, die diesen Beitrag nur angeklickt haben, weil er irgendwas mit Batman zu tun hat, hier noch meine allerliebste Batman Compilation auf YouTube Alter Schwede, Robin musste echt einstecken unterm Herrn Fledermaus.

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Er schreibt

Henric Wietheger

Henric lustwandelt durchs Leben. Seine Beobachtungen aus Kultur, Jugend und Medien schreibt er unregelmäßig nieder. Klick seine Nase oder geig ihm deine Meinung.