Kinder und Medien

Kinderspiel Internetz

Weil ich weiß, dass Kinder sich beim Spielen allzu oft im Internetz verfangen, konzentriere ich mich heute für einen kurzen Moment auf den Stellenwert von Medienkompetenz im World Wide Web.

Weil ich weiß, dass Kinder sich beim Spielen allzu oft im Internetz verfangen, konzentriere ich mich heute für einen kurzen Moment auf den Stellenwert von Medienkompetenz im World Wide Web. Inspiriert vom Wiener Kongress “Kinder und digitale Medien” (eine Zusammenfassung der wichtigsten Teilnehmer-Statements ist online abrufbar) befasse ich mich derzeit im Rahmen meiner ersten Bachelorarbeit am Grazer Studiengang “Journalismus und PR” mit den jüngsten einer durch und durch von Medien gesteuerten Gesellschaft.
Vertreter verschiedenster österreichischer Ministerien haben sich im Rahmen des Kongresses darüber ausgetauscht, warum gerade Kinder im Web so angreifbar und manipulierbar sind. Die Diskussionen haben sich dabei dankenswerterweise nicht auf Gassenhauerargumente à la “Das Internet ist gefährlich und Kinder sollten davon ferngehalten werden” beschränkt (Auch bei der diesjährigen Republika sprechen sich Medienexperten gegen die Angstmacherei in Punkto Kinder und Web aus). Vielmehr wurden Projekte und Denkanstöße zum integralen und interaktiven Einsatz von Online-Medien im und außerhalb des Kinderzimmers vorgestellt.
Mich persönlich haben besonders die Ideen der Medien-Jugend-Infostelle überzeugt. Dort setzen die Mitarbeiter auf die “Positivprädikatisierung” der neuen Medien. In unterschiedlichen Workshops bauen Eltern, Lehrer und Kinder gemeinsam Grenzen, Hemmschwellen und Tabus zum großen bösen Web ab. Der Grundgedanke ist also denkbar einfach: zunächst genau anschauen, was es eigentlich im Web gibt, dann das Angebot hinterfragen und schließlich ein Bewusstsein für die Mediennutzung schaffen. Koordinatorin Karina Fallent erklärt “Kinder haben die technischen Skills und Lust am Web, haben aber kaum Kritik- oder Reflexionsbewusstsein. Wenn Sie Texte im Web lesen, glauben sie diesen meist bedingungslos.”
Damit sich Kinder über die Vielfältigkeit, die Gefahren und die Chancen des Web bewusst werden, müssen Eltern als Vorbilder mit auf den beschwerlichen Weg in die weiten Onlinewelten gehen. Darüber waren sich alle Teilnehmer des Wiener Kongresses für Kinder und digitale Medien einig.
Fasse ich all diese Perspektiven und Aspekte zusammen, fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. Auf dem Spielplatz war das coolste und aufregendste Spielgerät immer das gigantische Kletternetz. Ich hatte immer großen Respekt davor, weil sich die Seile verdammt hoch in den Himmel streckten. Neben mir gab es dann die Draufgänger-Kiddies, die ohne Rücksicht auf Verluste das Gerüst gestümrt haben. Manche blieben hängen, andere schlugen unsanft im sandigen Untergrund auf. Andere schafften es bis nach ganz oben und brüllten ihren Stolz heraus. Irgendwann habe ich mich dann auch hochgewagt. Am Rande des Spielplatzes saß meine Mutter. Was soll ich sagen? Das Gefühl ganz oben anzukommen und den Spielplatz unter Kontrolle zu haben war grandios.
Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann auf Facebook den “digikids 2011” folgen oder in einem meiner früheren Blogposts über die Grenzen Jugendlicher im Medienuniversum lesen.

Für Digitalis auf Twitter habe ich meine Gedanken zu Kindern und Internet ausgeführt: Nihilismus und das ganze Nichts

Ich weiß was, was du nicht weißt.
Weiliewei

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