Thomas Seiger verschenkt in der Grazer Innenstadt Umarmungen und ein Lächeln

BlitZlide – DeSein

Hat etwas einen Zweck, macht es Sinn. Hat etwas keinen Zweck, ist es sinnlos? In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken zur Diskrepanz zwischen Sinn und Zweck. Je mehr ich darüber nachdenke, mich und Mitmenschen in meinem unmittelbaren Umfeld beobachte, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass wir den Sinn unseres Seins durch den Zweck unserer Handlungen und Entscheidungen definieren - Was uns nichts bringt, das sind nicht wir.

Hat etwas einen Zweck, macht es Sinn. Hat etwas keinen Zweck, ist es sinnlos? In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken zur Diskrepanz zwischen Sinn und Zweck. Je mehr ich darüber nachdenke, mich und Mitmenschen in meinem unmittelbaren Umfeld beobachte, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass wir den Sinn unseres Seins durch den Zweck unserer Handlungen und Entscheidungen definieren – Was uns nichts bringt, das sind nicht wir.
Versteht mich nicht falsch, ich möchte keine pseudowissenschaftliche Diskussion zum Thema “Sinn des Lebens” anzetteln. Ebenso wenig möchte ich die eigentliche Sinnkrise des menschlichen Seins ausloten und damit dem deutschen Philosophen Artur Schopenhauer gerecht werden: “Als Zweck unseres Daseins ist in der Tat nichts anderes anzugeben als die Erkenntnis, daß wir besser nicht da wären.” Viel mehr möchte ich anhand eines kurzen praktischen Beispiels meinen eingangs beschriebenen Gedankengang klar machen.
Da gibt es eine Stadt inmitten der österreichischen Steiermark, die vor kurzem von der UNESCO ausgezeichnet wurde. Seitdem darf sie sich “City of Design” nennen. Niemand weiß so recht, was dieser Titel überhaupt bedeutet, was Design eigentlich ist und wieviel Geld darin steckt. Vielen passt dieser Titel überhaupt nicht, weil in der Stadt ansonsten einiges schiefläuft. Das interessiert die Stadt herzlich wenig, immerhin bezweckt sie irgendwas mit dem Titel.
In den Straßen der Stadt sitzt ein junger freier Künstler. Er versucht seinem Leben und seinem Handeln Sinn zu verleihen. Also verschenkt er sein Geld, um sich von dem Luxus, der über seine Grundbedürfnisse hinausgeht zu befreien und andere Menschen zu inspirieren. Das reicht ihm nicht. Es muss doch mehr als Geld geben. Schließlich bietet er statt Geld Umarmungen und ein Lächeln an.
Auf der einen Seite: Design als Sinnbild von Macht, Moderne und massiver Präsenz. Auf der anderen Seite: Kunst als Sinnbild von Alternative, Reflexion und stillem Aufbegehren. Das eine braucht keinen Sinn, solange es einen Zweck erfüllt, das andere braucht und schafft Sinn, um sein Ziel erreichen. Design versus Kunst. Zweck versus Sinn – ein einfaches Beispiel.
Vielleicht sollten wir uns darauf einlassen, das eine im anderen wiederzufinden, dem einen etwas vom anderen einzuhauchen, damit wir weder zum Funktionierenden noch zum ewig Sinnsuchenden verkommen. Was meinst du?

Ich weiß was, was du nicht weißt.
Weiliewei

Weiterführende Links:
Kunstprojekt des Wiener Künstlers Thomas Seiger: freiegalerie.at
Artikel zum Thema Geld verschenken im Grazer Straßenmagazin Megaphon

  • coole sache. wirklich. so a blitzlide hat was:)
    die erste is aber immer noch meine liebste.weil so schön abstrakt

    • Ich freue mich über dieses Lob umso mehr, weil es von einer leidenschaftlichen Fotografin kommt. Die kommenden BlitZlides werden wieder ein wenig anders, neuer und womöglich auch wieder abstrakter – Ist ja alles ein Work in Progress 🙂

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